Stadt setzt falsche Prioritäten - digitale Bildung darf nicht von Eltern finanziert werden
Die FDP Dorsten lehnt die Pläne der Stadtverwaltung entschieden ab, die digitale Ausstattung der weiterführenden Schulen künftig über elternfinanzierte iPad‑Klassen sicherzustellen. Aus Sicht der Liberalen ist dieser Ansatz sozial ungerecht, bildungspolitisch rückwärtsgewandt und angesichts der aktuellen Investitionsentscheidungen der Stadt nicht nachvollziehbar. Digitale Endgeräte gehören heute zur Grundausstattung eines modernen Unterrichts. Die Verwaltung spricht von einem Finanzbedarf von rund 200.000 bis 300.000 Euro (modellabhängig), um eine 1:1‑Ausstattung sicherzustellen. Für die FDP Dorsten ist klar: Dieser Betrag ist für eine Kommune wie Dorsten darstellbar, wenn die Prioritäten richtig gesetzt werden. „Es ist nicht Aufgabe der Eltern, die Grundausstattung für zeitgemäßen Unterricht zu finanzieren“, betont der stellv. Vorsitzende Leon Belcour.
Investitionen in Millionenhöhe – aber nicht für Bildung
Dass finanzielle Spielräume existieren, zeigt die Stadt an anderer Stelle sehr deutlich. Für den Jahnsportplatz wurden die bereits geplanten Fördermittel um 350.000 Euro erhöht, um zusätzliche Wünsche wie Flutlicht, Akustikanlage, Lagergaragen und Zaunanlage zu erfüllen. Im November 2025 hat die Stadt zudem das Franziskanerkloster samt Kirche und Klosterpassage erworben – ein Objekt von erheblicher Größe und Kosten, das laut städtischer Pressemitteilung zur langfristigen Stadtentwicklung beitragen soll. Parallel dazu liegen für die Umnutzung des ehemaligen Gymnasium Petrinum als temporäres Verwaltungsgebäude erste Kostenschätzungen von über 21 Millionen Euro vor, zusätzlich zur bereits beschlossenen umfassenden Rathaussanierung samt Neubau.
Vor diesem Hintergrund wirkt es widersprüchlich, wenn ausgerechnet bei der digitalen Grundausstattung von Schülerinnen und Schülern plötzlich auf die Haushaltslage verwiesen wird. „Dorsten zeigt, dass es investieren kann – aber offenbar nicht dort, wo es um die Zukunft unserer Kinder geht“, so der FDP-Ratsherr Lutz Ludwig.
Landesregierung lässt Schulen im Stich – Dorsten darf das nicht auf Eltern abwälzen
Unterstützung erhält die FDP Dorsten von der FDP‑Landtagsfraktion NRW. Deren stellvertretende Vorsitzende Franziska Müller‑Rech kritisiert, dass die Landesregierung beim Digitalpakt 2.0 „monatelang untätig geblieben“ sei und die Schulen in dieser Zeit ohne Klarheit, ohne Unterstützung und ohne Handlungsspielraum dagestanden hätten. Zwar stehe nun eine Fördersumme im Raum, doch sei völlig offen, wie viel davon tatsächlich zusätzlich in den Schulen ankomme. Die FDP NRW fordert deshalb eine digitale Lernmittelfreiheit, damit der Zugang zu Tablets und Laptops nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Gleichzeitig brauche es endlich verlässliche Support‑ und Wartungsstrukturen, damit Digitalisierung im Schulalltag wirklich funktioniere. Die Landesregierung müsse eigene Impulse setzen, statt nur auf Bundesprogramme zu warten.
Diese landespolitische Kritik macht deutlich, dass die Verantwortung nicht allein bei der Stadt liegt. Doch Dorsten darf die Versäumnisse des Landes nicht auf die Eltern abwälzen. Wenn das Land nicht liefert, muss die Kommune einspringen – so wie sie es bei Sportstätten, Immobilienkäufen und Verwaltungsumbauten längst tut.
Die FDP Dorsten fordert daher, die digitale Grundausstattung der Schulen vollständig kommunal zu finanzieren und die Tablets in den städtischen Haushalt aufzunehmen. Sobald Mittel aus dem Digitalpakt 2.0 verfügbar sind, können diese zur Entlastung genutzt werden. Entscheidend ist jedoch, dass Dorsten jetzt handelt und Bildung nicht länger hinter Immobilienkäufen, Sportprojekten und Verwaltungsumbauten zurückstellt. „Dorsten muss sich entscheiden, was Priorität hat: Prestigeprojekte oder die Zukunft unserer Kinder“, fasst der Vorsitzende Andreas Finke zusammen.
Für weitere Informationen oder Rückfragen steht der Vorstand der FDP Dorsten gerne zur Verfügung.
Mit liberalen Grüßen
Andreas Finke